Sowohl in der Pferdefütterung als auch in der Rinderernährung dienen Heu und Stroh als wertvolles Futter und ergänzen die Rationen als Faserlieferanten. Stroh dient darüber hinaus auch oft als Einstreu – auch hier spielt eine hohe Qualität eine bedeutende Rolle.
Die fachgerechte Konservierung von Heu/Heulage und Stroh ist eine zentrale Voraussetzung für die Gesunderhaltung der Tiere und für eine einwandfreie Ernährung. Nur die richtige Ernte, Trocknung, Lagerung und Kontrolle können Nährstoffverluste minimieren sowie Risiken wie Schimmelbildung und Selbstentzündung vermeiden.
gutes Heu
- Grünliche Farbe
- Aromatischer Geruch
- Geringer Staubanteil
- Hoher Blattanteil
gute Heulage
- Guter, aromatischer Geruch
- Kein Schimmel
- TS-Gehalt zwischen 65 – 80 % TS
gutes Stroh
- Goldgelbe Farbe
- Trocken und stabil
- Frei von Schimmel
- Lange Halme, wenig Bruch
Heu/Heulage
- Optimaler Schnittzeitpunkt für energiereiches Heu: kurz vor oder zu Beginn der Blüte
- Ein früher Schnitt führt zu hohen Nährwerten mit meist guten hygienischen Eigenschaften.
- Ein später Schnitt führt zu viel Faser und weniger Energie. Er eignet sich besonders für die Pferdefütterung.
Stroh
- Ernte nach vollständiger Reife der Getreidepflanzen
- Wichtig: trockene Witterung für geringe Restfeuchte
Der richtige Zeitpunkt beeinflusst maßgeblich die spätere Lagerfähigkeit.
Die Trocknung ist der wichtigste Schritt zur Konservierung.
Zielwerte:
- Heu: < 15 % Restwassergehalt
- Heulage: > 15 % Restwassergehalt, als Wickelballen lagern
- Stroh: < 15 % Restwassergehalt
Die Feldtrocknung ist die gängigste Methode bei der Heu/Heulagegewinnung. Hier ist man sehr wetterabhängig und benötigt mehrere Tage Sonne und höhere Temperaturen. In einigen Regionen sind Heutrocknungsanlagen verbreitet. Vor allem bei der Erzeugung von Heumilch ist man auf große Mengen Heu mit guter Qualität angewiesen und setzt daher auf diese sicherere Methode.
Risiken bei zu hoher Feuchtigkeit:
- Schimmelbildung
- Bildung von Mykotoxinen
- Selbstentzündung (Temperaturanstieg durch Hefestoffwechsel)
Die Vorbeugung dieser Risiken kann durch eine ausreichende Trocknung erfolgen. Aber auch andere Einflussfaktoren spielen eine wichtige Rolle.
Besonders hervorzuheben sind:
- Eine ausreichende Düngung: Nur ein gut versorgter Grasbestand ist ausreichend gesund und weniger anfällig für Pilzbefall und Hefeansiedlung. Die Ansiedlung von Unkraut wird durch eine regelmäßige und bedarfsdeckende Düngung unterdrückt.
- Gute Grünlandpflege: Pflegemaßnahmen wie striegeln, walzen und nachsäen gewährleisten einen guten Narbenschluss und hochwertige Gräser.
- Pflegeschnitte im Herbst: Der Altbestand wird abgemäht und es werden weniger abgestorbene Pflanzenbestandteile im nächsten Jahr mitgeerntet. Auf abgestorbenen Pflanzenteilen siedeln sich mit Vorliebe Hefen und Schimmelpilze an.
Nicht immer kann eine ausreichende Trocknung oder eine optimale Grünlandpflege durch Witterungseinflüsse oder andere Beschränkungen wie beispielsweise Naturschutzflächen gewährleistet werden. Langanhaltende Gutwetterperioden werden immer seltener. Durch den gezielten Einsatz von Konservierungsmitteln kannst du das Erntezeitfenster verkürzen und äußere Einflüsse abmildern
Blattisil® RaicoSil Hay-Straw ist eine Neutralsalzmischung, die Erhitzung und Verderb vermeidet und so die Futterqualität absichert. Da es sich um ein Neutralsalz handelt, ist es weder ätzend noch korrosiv und so besonders anwenderfreundlich. Heu und Stroh kann bereits ab einem Trockenmassegehalt von 80 % gepresst werden. Die besondere Formulierung mit Neutralsalzen vermindert auch bei höheren Wassergehalten das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen.
Lageranforderungen:
- Trocken, gut belüftet
- Schutz vor Niederschlag
- Kein direkter Bodenkontakt (z. B. durch Paletten)
- Gute Luftzirkulation
Die Konservierung von Heu und Stroh erfordert sorgfältige Planung, technisches Know-how und kontinuierliche Kontrolle. Besonders entscheidend sind:
- Der richtige Erntezeitpunkt
- Ausreichende Trocknung
- Optimale Lagerbedingungen
Nur durch das Zusammenspiel dieser Faktoren kannst du eine hohe Qualität sichern, die sowohl wirtschaftlich als auch tiergesundheitlich von großer Bedeutung ist.